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öffnungszeiten:
täglich: 11 - 20 uhr
führung auf anfrage

eintritt frei


Ausstellung:

 

23. Juni bis 26. August 2018
Eröffnung: Freitag, den 22. Juni, ab 19 Uhr
An Atlas of Commoning: Orte des Gemeinschaffens

Ausstellung des ifa in Zusammenarbeit mit ARCH+
Deutschlandpremiere im Kunstraum Kreuzberg/Bethanien

Im Anschluss weltweite Tournee der Ausstellung für ca. zehn Jahre
Auslandspremiere 2019 in Pittsburgh (USA) in Kooperation mit der School of Architecture der Carnegie Mellon University

Facebook, Airbnb & Co., deren Geschäftsmodell auf der Kommerzialisierung sozialer Beziehungen beruht, haben Begriffe wie Community oder Sharing in leere Worthülsen verwan­delt. Konzepte wie ‚Wir‘ oder ‚Teilen‘ stehen nicht mehr für Solidarität oder eine progressive ge­sellschaftliche Agen­da, sondern bilden die Grundlage des aufkommenden Plattformkapitalismus. Begleitet wird diese ökonomische Entwicklung von einer weltweiten politischen Wende, die sich aus überkom­me­nen Gemeinschaftsvorstellungen von Identität und Zugehörigkeit, Ausgrenzung und Diskriminierung speist.

Vor diesem Hintergrund will das Ausstellungs- und Publikationsprojekt An Atlas of Commo­ning den offenen und emanzipatorischen Raum des Wir zurückerobern und neu definieren. Das Projekt fokussiert dabei auf städtische Gemeingüter, worunter hier die Schaffung und Bewirtschaf­tung (materieller und immaterieller) kollektiver Ressourcen und Räume als Grundlage demo­kra­tischer Teilhabe verstanden wird. Dies bringt die Wortneuschöpfung commoning beziehungsweise ‚gemeinschaffen‘ zum Ausdruck.

Ausgangspunkt der Ausstellung bildet ein Atlas, ein visuelles Archiv mit vielfältigen Fallbeispie­len aus Geschichte und Gegenwart. Der Atlas, der von ARCH+ in Zusammenarbeit mit der School of Architecture der Carnegie Mellon University erarbeitet wird, präsentiert zunächst 25 ausge­wählte Projekte des Gemein­schaffens. Diese werden im Zuge der Ausstellungstournee an verschie­denen Orten unter Mitwirkung lokaler Akteure ergänzt und bilden so als offenes Wissensarchiv eine wertvolle Dokumentation lokaler Grassroots-Projekte.

Der Atlas geht in eine vertiefte Untersuchung der drei thematischen Spannungsfelder Eigentum – Zugang, Produktion – Reproduktion sowie Recht – Solidarität über. Künstlerische Arbeiten eröffnen darüber hinaus weitere Zugänge zum Thema. Im Rahmen der Ausstellung erscheint eine Ausgabe von ARCH+, die einen weitreichenden Einblick in wichtige theoretische Positionen und praktische Beispiele gibt.

Kuratorisches Team: Anh-Linh Ngo, Mirko Gatti, Christian Hiller, Max Kaldenhoff, Christine Rüb (ARCH+); Elke aus dem Moore (ifa), Stefan Gruber (CMU)

Forschungspartner: School of Architecture, Carnegie Mellon University Pittsburgh und Technische Universität Berlin, Institut für Architektur, Fachgebiet Prof. Rainer Hehl

Mit Beiträgen von:
Morehshin Allahyari & Daniel Rourke; clemens krug architekten und Bernhard Hummel Architekt (Team: Oliver Clemens, Anna Heilgemeir, Bernhard Hummel, Emma Williams); Assemble und Granby Workshop; Iwan Baan; Brandlhuber+ Christopher Roth; DAAR Decolonizing Architecture Art Residency; Theo Deutin­ger; Eureka; Manuel Herz; Sandi Hilal, Philipp Misselwitz und Anne Misselwitz; Immo Klink; Kotti & Co; Kuehn Malvezzi; Angelika Levi; Golan Levin (F.A.T. Lab) & Shawn Sims (Sy–Lab); Makoko Waterfront Community; Tukano Maloca; Miethäuser Syndikat; National Union of Sahrawi Women; NLÉ Architects; PlanBude Hamburg, Svenja Baumgardt und Sylvi Kretzschmar; Common Ground e.V. und Nachbarschafts­akademie; Quest – Florian Köhl und Christian Burkhard; Martha Rosler; Harald Trapp / Robert Thum; Urban-Think Tank, Chair of Architecture and Urban Design ETH Zürich; WiLMa GmbH; Samson Young

Programm:
Artist Talk zur Eröffung: Freitag, den 22. Juni, ab 19.30 Uhr im Studio 1, Bethanien

Forum: Commoning Berlin. Zeit – Ressourcen:
Samstag, den 23. Juni 16-20 Uhr im Sutdio 1, Bethanien

Kuratorenführungen: Samstag, den 23. Juni um 14.30 Uhr, Samstag, den 7. Juli um 16 Uhr, Mittwoch, den 18. Juli um 16 Uhr, Samstag, den 4. August um 16 Uhr, Mittwoch, den 15. August um 16 Uhr

Weitere Informationen: www.archplus.net/home/commoning


Einladung zur aktiven Teilnahme an den Vermittlungsprojekten


… commoning kids
Kunstvermittlung von Inci Güler für Kinder zwischen 7 und 12 Jahren

Die Inhalte der Ausstellung An Atlas of Commoning: Orte des Gemeinschaffens werden im Laufe des Workshops vertieft. Zunächst besuchen wir gemeinsam die Ausstellung und setzen uns anhand der Exponate mit dem Thema des Gemeinschaffens auseinander. Direkt danach folgt ein gemeinsamer Erkundungsspaziergang durch die Nachbarschaft des Bethanien: Was sehen wir? Welche Commoning-Projekte kennen wir? Wie können wir die eigene Umgebung – ob Schule, Park, Spielplatz, Platz, Kiez oder die ganze Stadt – aktiv mitgestalten? Anschließend folgt eine praktische und kreative Auseinandersetzung mit dem Thema. Das Erarbeitete wird anhand von Zeichnungen, Collagen und Fotos in einem persönlichen Atlas zusammengetragen. Die Ergebnisse werden präsentiert und gemeinsam besprochen. Der „Mini-Atlas“ kann am Ende nach Hause mitgenommen werden.
Teilnahme kostenlos

Termine jeweils 14.30 bis 18 Uhr am:
Sonntag, 22. Juli
Montag, 23. Juli
Freitag, 27. Juli
Samstag, 28. Juli

Eine Anmeldung ist erwünscht unter bethanien1@kunstraumkreuzberg.de



COMMON THINGS: GANZ GEWÖHNLICHE DINGE
Kunstraum Kreuzberg/Bethanien
Di. 14. - Fr. 17. August 2018, 11-16 Uhr
Öffentliche Präsentation der Ergebnisse: Fr, 17. August um 16 Uhr

Die technologischen Entwicklungen der letzten Jahrzehnte und die Dominanz zeitgenössischer Ideologien und ihre Folgen haben die Welt, in der wir leben, nachhaltig geprägt. Unter dem Primat von Effizienz, Wettbewerb und Wachstumsoptimierung wird unsere Realität immer virtueller und schnelllebiger. Einem Maximum an Flexibilität und Fragmentierung stehen ein Minimum an Verantwortung und Verlässlichkeit gegenüber. Mit weitreichenden Folgen für uns als Individuen und unsere Identität: Entfremdung und Isolation hinterlassen ihre Spuren in unserer Seele, unserer Psyche– und nicht zuletzt in unseren Körpern.

Die Ausstellung stellt die Idee der Commons vor, einer gar nicht so neuen Idee von Gemeinschaftlichkeit, die vor dem Hintergrund aktueller Entwicklungen neue Aktualität erhält. Es handelt sich um ein Modell, das sich erlaubt, sich von der Alternativlosigkeit zeitgenössischer Logik zu emanzipieren und eigene Prioritäten zu entwickeln.

Der Workshop versteht sich als dynamischer Prozess zwischen Ausstellung und Atelier, der – ganz im Sinne von Commoning – durch gemeinschaftliches Arbeiten entsteht. Gleichzeitig wird Commoning als Form gemeinschaftlichen Schaffens zum Gegenstand der Erforschung. Es geht um die Geschichten, die die Ausstellung erzählt, und um die Wünsche, Utopien und Bilder, die sie hervorrufen. Die Arbeitsweise verweigert sich jeder Art von Wettbewerb. Sie orientiert sich an Vorstellungen von Entschleunigung – Denken in Zusammenhängen, Zuständen von Gleichgewicht und Möglichkeiten der menschlichen Begegnung. Installationen, Performances, Material und Bewegung sind Experimente, den eigenen Körper in Bezug zum Raum zu setzen – und damit zu allem, was sich in diesem Raum befindet. Für das Projekt freuen wir uns auf Teilnehmer*innen, die sich gerne an der Erarbeitung eines gemeinschaftlichen Wissenspools beteiligen, dabei aber auch gerne „ihr Ding machen“.

Kunstvermittlerin: Lilian Scholtes In Zusammenarbeit mit dem Kunstraum Kreuzberg/Bethanien
Die Teilnahme ist kostenfrei
Sprache: deutsch
Anmeldung: bethanien1@kunstraumkreuzberg.de