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öffnungszeiten:
täglich: 11 - 20 uhr
führung auf anfrage

eintritt frei


Ausstellung:

 

14. April bis 10. Juni 2018
(geschlossen am 01.05.2018)

Eröffnung: Freitag, 13. April 2018, ab 19 Uhr

Capitalo, Chthulu, and a Much Hotter Compost Pile. Über Mensch-Umwelt-Verhältnisse

Eine Ausstellung des Kunstraum Kreuzberg/Bethanien kuratiert von Lorena Juan, Lena Johanna Reisner und Anïis Senli.
Gefördert durch die Senatsverwaltung für Kultur und Europa: Ausstellungsfonds für Kommunale Galerien, Fonds für Ausstellungsvergütungen und gefördert aus der Projektförderung des Bezirksamtes Friedrichshain-Kreuzberg. Mit freundlicher Unterstützung der Botschaft Spaniens in Berlin.

Wir befinden uns gegenwärtig nicht in einer ökologischen Krise, im Sinne eines temporären Ausnahmezustandes, sondern erleben eine irreversible Mutation des globalen Klimas und der Bewohnbarkeit des Planeten Erde. Dieser Prozess wird von Umweltverschmutzung, Ozeanübersäuerung, Ressourcenabbau und der Nutzung fossiler Brennstoffe, von agrochemischer Industrie und Kriegsführung vorangetrieben, um nur einige der anthropogenen, also menschlichen, Faktoren zu benennen. Der Begriff Anthropozän  beschreibt diesen spezifischen Zustand als eine neue geologische Epoche, die sich durch die erheblichen Auswirkungen menschlichen Handelns auf die biosphärische Stabilität der Erde auszeichnet.

Dabei ist der Begriff nicht unumstritten, denn er erklärt die Menschheit als Ganzes als geologischen Akteur und verdeckt dabei die strukturelle Verantwortung  multinationaler Konzerne und neoliberaler Finanzeliten. Das Kapitalozän, das Zeitalter des Kapitals, zielt im Gegensatz dazu auf eine Analyse  der Auswirkungen globaler Finanzsysteme und kapitalistischer Wirtschaftspolitik auf den Klimawandel.  Unter Berücksichtigung der biophysischen Kosten des Kapitalismus, die menschliche und ökologische Akteure in ganz ungleichem Maße zu tragen haben, beschäftigt sich die Ausstellung zentral mit der Frage nach dem Verhältnis des Menschen-in-der-Natur und der Natur-im-Menschlichen.

Menschliche und nicht-menschliche Akteure sind verwoben in komplexen, tentakelartigen Netzwerken, in einer Vielzahl von andauernden Verbindungen, die sich über biotische und abiotische Prozesse erstrecken. Das Chthuluzän ist eine Raum-Zeit der artenübergreifenden Interaktion und generativen Zusammenarbeit in einer beschädigten Welt. Chthonische, beziehungsweise irdische Wesen, verflochten in spekulativer Erzählung, Science Fiction, Science Fact und spekulativem Feminismus, erdenken mögliche Welten und mögliche Zeiten in ungeahnter Gesellschaft. Es ist ein reicher Nährboden für lebenswerte Narrative, die über katastrophistische und deterministische Diskurse hinausgehen. 

Im Versuch, essentialistische Entwürfe zurückzuweisen und sich mit einem postkolonialen ökologischen Denken  zu verbinden, zeigt Capitalo, Chthulu, and a Much Hotter Compost Pile künstlerische Positionen, die sich mit alternativen Politiken des Ontologischen beschäftigen, mit Umweltfragen und spekulativen Erzählungen für unsere prekäre Zeit. Es handelt sich um Geschichten aus dem Leben (und Nicht-Leben), erzählt von der anderen Seite, um zu  verstehen, wie Menschen im Netz des Lebens zugehörig sein, wie sie mit-weben, ko-produzieren und kom-postieren können.

Beteiligte Künstler*innen: Ana Alenso, Madison Bycroft, Liza Dieckwisch, Jelena Fuzinato, Geovanna Gonzalez, Ben Greber und Bram Kuypers, Tue Greenfort, Anne Duk Hee Jordan, Femke Herregraven, Marta Leite, Regina de Miguel, Zoe Claire Miller, Nucbeade, Naufus Ramirez-Figueroa, Anaïs Senli, Michael E. Smith; Rahmenprogramm: Shelley Etkin, Sonia Fernández-Pan, Herbert Lohner, Reading Club "Between Us and Nature", Henry Wilde und Neo Hülcker.

Begleitprogramm

Sonntag und Montag, 15. und 16. April 2018, ganztägig
Shelley Etkin
Landing Sessions (auf Englisch)

Serie von Zweiergesprächen zum erweiterten Begriff des Gartens als einem Ort des Austauschs zwischen Mensch und Umwelt
Dauer: eine Stunde pro Person
Anmeldung während der Eröffnung oder via E-mail an: landingsessions@gmail.com

Mittwoch, 09. Mai 2018, 19:27 Uhr
Sonia Fernández Pan
Be good, I love you (auf Englisch)

Spekulative und empathische Versammlung, Nicht-Menschen willkommen

Donnerstag, 17. Mai 2018, 19:30 Uhr
Herbert Lohner (Referent für Naturschutz BUND Berlin e.V.)
Umweltgerechtigkeit konkret – gibt es ein Recht auf eine gesunde Umwelt? (auf Deutsch)

Vortrag und Publikumsgespräch


#10 Session Trauer: Mittwoch, 30. Mai 2018, 19:30 - 21:30 Uhr
#11 Session Hoffnung: Mittwoch, 6. Juni 2018, 19:30 - 21:30 Uhr
Eva-Fiore Kovacovsky & Sina Ribak
Reading Club Between Us and Nature (auf English)

Anmeldung: betweenusnature@gmail.com

Donnerstag, 31. Mai 2018, 17:00 - 21:00 Uhr
Henry Wilde & Neo Hülcker
Tentaculus Ohri

Eine Sammlung zum Hören ohne Steckdose
Helfende Ohren: Mia Sellmann, Hannah Levin
Zwei-zu-Eins Performances
Dauer: zehn Minuten pro Person