10.–12. April 2026
ANTIFASCIST WORKERS’ THEATRE Heute
ERÖFFNUNG – LECTURE – PERFORMANCE – WORKSHOP
Der Themenschwerpunkt des Eröffnungswochenendes setzt den Ton der Ausstellung und verbindet uns direkt mit dem Anliegen von Asja Lācis: Wie handeln, was tun als Kulturarbeiter*innen in Zeiten von Krise und Krieg, von weltweit zunehmenden autoritären und faschistoiden Tendenzen? Mithilfe einer Zeit-Raum-Maschine sowie in Vorträgen und Performances begeben wir uns auf die Spuren von Asja Lācis, schreiben sie weiter in die Gegenwart.
10. April, Freitag
17 Uhr // ERÖFFNUNG
19 Uhr // BEGRÜSSUNG – Clara Herrmann (Bezirksbürgermeisterin), Stéphane Bauer (Leitung Kunstraum Kreuzberg/Bethanien), Konstanze Schmitt und Mimmi Woisnitza(Kuratorinnen)
21 Uhr // KONZERT – Esels Alptraum. Antifaschistisches Jodelduo
2015 in Neukölln gegründet, versteht sich das Berliner Duo Esels Alptraum als der »1. Anarchistische Traditions- und Folkloreverein« und bricht radikal mit dem Image von Heimatkitsch und Konservatismus. Die beiden Jodlerinnen Admirabla Gaya und CommandantaElenos knüpfen damit an die Idee einer politisch reflektierten, kritischen Retradierung von Volkskunst an, der auch Lācis verpflichtet war. Mit einer Mischung aus Jodeln, Punk-Attitüde und politischem Aktivismus agiert Esels Alptraum als »Abrissbirne der Volksmusik«.
11. April, Samstag
13–17 Uhr // LECTURE-PERFORMANCE-WORKSHOP
Raum/Zeit Lācis. Ein archivarisches Experimentierkabinett – Luise Meier (Berlin), Simone Niehoff (Hildesheim), Florian Thamer & Tina Turnheim (Mannheim), Mimmi Woisnitza(Lüneburg) (de)
(Anmeldung bis 9.4. unter asjalacis@posteo.de)
Florian Thamer und Tina Turnheim, die beide an der Schnittstelle von Theaterwissenschaft und Theaterpraxis arbeiten, aktivieren mithilfe des von ihnen 2018 entwickelten Zeit-Raum-Materialisators (ZRM) ausgewähltes Archivmaterial von und über Asja Lācis. In einer interaktiven Video- und Soundperformance werden die Spuren von Lācis gemeinsam mit dem Publikum in eine gespenstische Gegenwart gebracht. Das Projekt versteht sich als partizipative Versuchsanordnung, bei der die Teilnehmenden gemeinsam Zeitgrenzen und räumliche Barrieren spielerisch auflösen.
Ausgehend von Asja Lācis’ Praxis eines proletarischen Kindertheaters stellen Mimmi Woisnitzaund die Dramaturgin und Theaterwissenschaftlerin Simone Niehoff (Universität Hildesheim) in einem performativ-interaktiven Lecture-Format weitere historische Quellen zu Kinderagitprop in der späten Weimarer Republik in den Mittelpunkt. Anhand der so in den Raum und ins Publikum gebrachten künstlerischen Verfahren der Vergangenheit lässt sich fragen: Wie anschlussfähig sind sie für intervenierende Theaterformen heute?
Die Theatermacherin und Performerin Luise Meier gibt in einem Werkstattbericht Einblicke in Das Lexikon der Erinnerungen – eine multimediale, unabgeschlossene Sammlung von Geschichten, Erinnerungen und Anekdoten über das Leben im ländlichen Raum der DDR, das sie kontinuierlich erweitert. Das Projekt zeigt sich als Praxis des Geschichte-Machens in Beziehungen und aus Begegnungen: zwischen Generationen, zwischen Gegenwart, Zukunft und Vergangenheit, zwischen Land- und Stadtmenschen, zwischen DDR-Zeitzeug*innen und später Geborenen, die versuchen, ein Land zu verstehen, dessen Spuren sie prägen, das aber zugleich nicht mehr existiert.
19 Uhr // VORTRAG
Experimental freedom. Antifascist future begins today Ewa Majewska (Warschau) (en)
Ewa Majewska ist eine feministische Kulturtheoretikerin. Sie ist Associate Professorin an der SWPS-Universität in Warschau und arbeitet am queeren Archivtheorieprojekt »Public against theirwill. The production of subjects in the archives of ›Hiacynt-operations‹«. Ihre Veröffentlichungen sind zahlreich, darunter Feminist Antifascism (2021) sowie diverse Artikel in e-flux, Signs, Third Text, Journal of Utopian Studies und anderen. Sie lebt und arbeitet in Berlin und Warschau. https://ewa-majewska.com
12. April, Sonntag
14 Uhr // PERFORMANCE
Performance Walk – Zhenya Efros, Start: Kunstraum Kreuzberg (de/en)
Zhenya Efros wurde 2004 in St. Petersburg geboren. Nach Kriegsausbruch verließ er Russland. Heute lebt Zhenya Efros in Deutschland, er studiert an der HfBK Dresden Kostüm und Bühnenbild bei Barbara Ehnes und war Teil der Szenografie-Klasse von Nina von Mechow an der Akademie der Künste Wien. Seine Arbeiten befassen sich mit Queerness, Antisemitismus und politischen Körpern.
17 Uhr // PERFORMANCE
Cyankali. Ein Drama über Selbstbestimmung, Verlust und die Körper der Frauen (nach Friedrich Wolf) – Anna Stiede mit Panzerkreuzer Rotkäppchen (de)
Ort: Grüne Bühne, Hellersdorf, Eintritt 10/5 Euro
Mit Cyankali lässt Anna Stiede in Zusammenarbeit mit Panzerkreuzer Rotkäppchen Friedrich Wolfs Drama von 1929 in einer kraftvollen Neubearbeitung auf Berliner Bühnen zurückkehren – wild, präzise, zeitlos. Das Stück zieht eine Linie von den Kämpfen arbeitender Frauen in der Weimarer Republik bis in unsere Gegenwart und beleuchtet, wie sehr das Recht auf Schwangerschaftsabbruch den Fortschritt politischer Verhältnisse spiegelt.
Im Anschluss Künstler*innengespräch mit Anna Stiede und Zhenya Efros (de/en)