Raum: Kunstraum Kreuzberg

DIE KUNST IST KEIN ZIEL FÜR SICH

Collage: Schmitt/Woisnitza, 2023, unter Verwendung einer Performance von Konstanze Schmitt und eines Filmstills von Karlheinz Mund | Foto: Holger Kral / Grafik Studio Rada B.

Laufzeit der Ausstellung: 11.4. – 28.6.26

Eröffnung: Freitag, 10.04.2026, ab 17 Uhr, Begrüßung: 19 Uhr

Kuratiert von Konstanze Schmitt und Mimmi Woisnitza

Ausstellung – Diskurs – Performance

Die Kunst ist kein Ziel für sich verknüpft die avantgardistische Praxis der lettischen Theatermacherin, Pädagogin und Revolutionärin Asja Lācis mit künstlerischen, wissenschaftlichen und aktivistischen Perspektiven der Gegenwart. Ein vielseitiges Veranstaltungsprogramm aktiviert die Ausstellung durch Diskurs, Performances und Workshops.

Künstlerische Positionen im Raum Chto Delat, cinéma copains, Contrafilé, Alice Creischer, Zhenya Efros, Anton Kats, Kollektiv Lauratibor, Karlheinz Mund, Mirja Reuter & Florian Gass, Elske Rosenfeld & Olia Sosnovskaya, Konstanze Schmitt, Luise Schröder, Andreas Siekmann, Zinnober/Theater o.N.

Performances von Anna Stiede mit Panzerkreuzer Rotkäppchen, Bühnen zu Baustellen | Baustellen zu Bühnen, Christian Filips & Margarita Breitkreiz, Esels Alptraum, Lauratibor Kiezchor, Meckerchor

Lectures & Workshops mit Nicolas Auzanneau, Margaritha Carbonaro, Inga Gaile, Federico Geller, Tatjana Hofmann, Susan Ingram, Ewa Majewska, Olga Martynova, Luise Meier, Simone Niehoff, Beata Paškevica, Lil Reif, Florian Thamer & Tina Turnheim u. a.

Filme Krista Burāne, Payal Kapadia, Yulia Lokshina, Karlheinz Mund, Erwin Piscator, Marta Popivoda

Szenographie Philine Rinnert, Grafik Studio Rada B.


Veranstaltungsprogramm:

10.–12. April 2026 
ANTIFASCIST WORKERS’ THEATER Heute

Der Themenschwerpunkt des Eröffnungswochenendes setzt den Ton der Ausstellung und verbindet uns direkt mit dem Anliegen von Asja Lācis: Wie handeln, was tun als Kulturarbeiter*innen in Zeiten von Krise und Krieg, weltweit zunehmenden autoritären und faschistoiden Tendenzen? Mithilfe einer Zeit-Raum-Maschine sowie in Vorträgen und Performances begeben wir uns auf die Spuren von Asja Lācis, schreiben sie weiter in die Gegenwart. 


23.–25. April 2026
Sliktā māte/Schlechte Mutter/Bad Mother
Eine feministische Rück-Show auf Asja Lācis 

Wie lassen sich politische, künstlerische und persönliche Selbstbestimmung mit Mutterschaft vereinbaren? Dieser bis heute aktuellen Frage widmet sich das Theaterstück Sliktā māte, das die Rigaer Autorin Inga Gaile 2023 über Asja Lācis schrieb (dt. Übersetzung von Lil Reif). Ausgehend von Lācis werden in dem Workshop zur revolutionären Mutterschaft historische Fallstudien zu weiteren Müttern und Elternschaft in den Künsten untersucht. Die Rauminstallation und Lesung von Inga Gaileund der Berliner Künstlerin Alice Creischer eröffnet einen feministischen Resonanzraum von Lācis in der Gegenwart, der durch Vertonungen des Lauratibor Kiezchors verstärkt wird. Auf weitere Spurensuche zur Schlechten Mutter und dem Arbeitertheater begibt sich das Performance-Kollektiv Bühnen zu Baustellen | Baustellen zu Bühnen auf den Mariannenplatz.


4.–5. Juni 2026
Lācis & Co. 
Akteurinnen – Transit – Narrative

Der Workshop fragt nach den Schreibweisen, mit denen Autorinnen, Journalistinnen und Künstlerinnen ihre Migrationsbewegungen in den ost(mittel)europäischen Avantgarden reflektieren, und sucht darüber hinaus nach Rezeptionsechos und Vergleichslinien in der Gegenwart.


6. Juni 2026
ZUSÄTZLICHE FILMVORFÜHRUNG

6. Juni, 20 Uhr // Zudušais teatris – Lost Theatre (2024), Daria Violina, (lv, en UT), Dokumentarfilm, in Anwesenheit von Māra Ķimele

Der Dokumentarfilm erzählt die Geschichte des lettischen Theaters Skatuve, das in den 1920er und 1930er Jahren in Moskau existierte und dessen gesamte Truppe am 3. Februar 1938 auf Befehl Stalins hingerichtet wurde. Asja Lācis war fast das einzige Mitglied der Theatertruppe, das der Hinrichtung entging, obwohl sie zehn Jahre im Gulag inhaftiert war. Māra Ķimele, Lācis’ Enkelin, die selbst zu einer bedeutenden Theaterregisseurin in Lettland wurde, war aktiv an der Entstehung dieses Films beteiligt, der dokumentarische und dramatisierte Szenen miteinander verbindet.
Māra Ķimele ist anwesend.


16. April – 11. Juni 2026
Filmabende mit Gesprächen (donnerstags)
Kuratiert von cinéma copains



Freitag, 26. Juni, 21.30 
AUFSTAND DER FISCHER (-INSELN)!

Filmvorführung & Performance nach Erwin Piscator/Anna Seghers: „Aufstand der Fischer“(1934) 
Mit Margarita Breitkreiz, Christian Filips und dem Lauratibor Kiezchor 

Bitte nicht weiter im Trüben fischen. Ist die Zeit endlich reif für einen Generalstreik auf den Fischerinseln? Ausgeworfen wird an diesem Filmabend ein unsichtbares Netz aus Solidarität. Um zu lernen, wie der antifaschistische Kampf schon einmal gescheitert ist, zeigen wir Erwin Piscators Film DER AUFSTAND DER FISCHER, gedreht 1934 in Odessa/Ukraine, nach einer Erzählung von Anna Seghers, mit Asja Lācis als Regieassistentin. Wie fangen wir ihn an, den Streik gegenüber der Vereinzelung?

Karten (5-10 Euro) gibt es gibt es beim Freiluftkino Kreuzberg
Die Ausstellung hat 50 Freikarten zu vergeben! Dazu bitte eine Mail an asjalacis@posteo.de


25.–27. Juni 2026
A Rebelião Das Crianças/The Kids are Outside 

Am letzten Wochenende der Ausstellung bringen wir künstlerische und aktivistische Positionen aus der Ausstellung und darüber hinaus miteinander in Austausch. Anhand der Themen Kindertheater und Interventionen im öffentlichen Raum kommen Akteur*innen aus verschiedenen Teilen der Welt zum gemeinsamen Lernen und Arbeiten zusammen. 

Die Teilnahme an den Workshops ist kostenlos und offen für alle, um Anmeldung unter asjalacis@posteo.de wird gebeten. 


Führungen durch die Ausstellung:

  • 16.4., 7.5., 21.5., 17 Uhr, 17.06, 17:30 Uhr – Tour mit den Kuratorinnen Konstanze Schmitt und Mimmi Woisnitza (de/en)

Erfahren Sie mehr über unsere Recherche zu Asja Lācis, den kuratorischen Prozess sowie die Einzelarbeiten im Kontext der Ausstellung.

Konstanze Schmitt, geboren in Mannheim, ist bildende Künstlerin und Theatermacherin.Ihre oft dokumentarisch basierten Performances und Installationen untersuchen das utopischewie widerständige Potenzial unseres Alltags.Sie ist Teil des Kollektivs Lauratibor. Ihre Arbeiten waren unter anderem zu sehen im Hebbelam Ufer (HAU 3), Haus der Kulturen der Welt (HKW), neue Gesellschaft für bildende Kunst(nGbK), Galerie Wedding, after the butcher (alle Berlin) sowie im Museo Reina Sofia(Madrid) und im Latvian Center for Contemporary Art (LCCA, Riga). Konstanze Schmitt war2024/25 Stipendiatin des Berliner Programms Künstlerische Forschung.

Mimmi Woisnitza, in Dresden geboren, ist Kultur- und Theaterwissenschaftlerin mit einemForschungsschwerpunkt zu weiblichen Akteurinnen in der Geschichte revolutionärerTheaterformen. Seit 2017 ist sie Post-Doc am Institut für Philosophie und Kunstwissenschaftder Leuphana Universität Lüneburg und seit 2022 Teil des SFB 1512„IntervenierendeKünste“ in Berlin. Neben Aufsätzen zu Asja Lācis gibt Mimmi Woisnitza gemeinsam mitMoritz Neuffer und Erik Zielke Asja Lācis’ Buch Revolutionär im Beruf heraus, kommentiertund erweitert um Archivquellen und die vollständige Übersetzung von RevolutionäresTheater in Deutschland (Matthes & Seitz, 2026/27).

  • Donnerstag, 11. Juni, 17 Uhr – Bilder im Kopf – dialogische Kunstvermittlung zum Hören und Tasten (DE)

Tour durch die Ausstellung mit Katrina Blach & Klaus-Jörg Kaminski: 

Wie können blinde, sehbehinderte sowie sehende Menschen gemeinsam über Kunstwerke ins Gespräch kommen? Katrina Blach (sehend) und Klaus-Jörg Kaminski (blind) führen dialogisch durch die Ausstellung und schaffen Raum für Austausch und unterschiedliche Perspektiven. Mit Bildbeschreibungen und biografisch-historischen Hintergründen entstehen über Sprache, Klang und Tasten neue Bilder im Kopf – und ein gemeinsamer Zugang zu Kunst und Geschichte.


Gefördert aus Mitteln der Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt: dem Hauptstadtkulturfonds (HKF) und dem Fonds für Ausstellungsvergütungen für Bildende Künstler*innen (FABIK).

AFTER MEMORY

DE

Echoes in the Future Perfect Tense

Laufzeit der Ausstellung: 11.07. – 11.10.2026

Eröffnung: Freitag, 10.07.2026, ab 17 Uhr, Begrüßung: 19 Uhr

Wie wir erinnern und vergessen, ist im Wandel begriffen. Das Gedächtnis ist zu einem umkämpften Terrain geworden, das von reaktionären Bewegungen, kapitalistischen Konzernen und geopolitischen Interessen vereinnahmt wird. Digitale Technologien beschleunigen diese Entwicklungen durch die Verbreitung von Desinformation, Datenextraktion und die algorithmische Verengung von Perspektiven – und eröffnen zugleich neue Wege für widerständige Erinnerung. Die internationale Gruppenausstellung After Memory widmet sich diesem subversiven Potential und reflektiert, wie wir in Zukunft erinnern und vergessen werden.

Die Ausstellung und das Begleitprogramm werden von Lisa Deml, Nathalia Lavigne und Víctor Fancelli Capdevila kuratiert.


EN

Echoes in the Future Perfect Tense

Exhibition Period: 11.07. – 11.10.2026

Opening: Friday, 10.07.2026, at 5 pm, with opening remarks at 7 pm

The ways in which we remember and forget are shifting. Memory has become a contested terrain, appropriated by reactionary movements, capitalist corporations, and geopolitical interests. Digital technologies are accelerating these trajectories through the spread of disinformation, data extraction, and the algorithmic narrowing of perspectives – while simultaneously opening up new forms of resistant remembrance. The international group exhibition After Memory explores this subversive potential and asks how we may remember and forget in the future.

The exhibition and public programme are curated by Lisa Deml, Nathalia Lavigne and Víctor Fancelli Capdevila.